Nido: Neue Zeitschrift für coole Eltern
Wer kennt das nicht? So bald die
ersten Schwangeren oder frischgebackenen Eltern im Freundeskreis auftauchen,
gibt es nur noch ein Thema: das Baby. Etwas weiter gefasst könnte man sagen: Es
dreht sich um alles rund ums Kinderkriegen. Wer kein Kind hat und keines erwartet,
ist auch bald nicht mehr angesagt und hat auch längst nichts mehr zu melden.
Bei den meisten Eltern setzt jedoch irgendwann die Erkenntnis ein, dass Gespräche
über Stillkissen, Schwangerschaftsstreifen und Babynahrung ihren Horizont selten
erweitert und den täglichen Gesprächsbedarf eines erwachsenen Menschen nicht
deckt.
Und auch wenn die Liebe zum Sprössling unbegrenzt ist, ist die Liebe zur eigenen Identität nicht durch Babybrei und Windeln zu ersetzen. Vielen Eltern kommt irgendwann auch der Moment, nach der ersten Phase des Glücks, in dem sie (zwar noch immer sehr glücklich) sich nach ihren alten Freunden sehnen und sich gerne mal wieder sich selbst widmen würden. Dann sind sie auch bereit, sich nicht mehr nur über Schnuller und Kinderärzte zu unterhalten. Der Freundeskreis ist wieder gefragt. Denn wer kann babysitten, damit sie mal ins Kino gehen können?
(Fotos: Pressefreigaben)
Ob die Zeitschrift Nido die Bedürfnisse
ihrer Zielgruppe erkannt hat und mit ihrem Konzept ins Schwarze trifft, wird
sich vielleicht erst nach ein paar Ausgaben zeigen. Das Magazin versucht, besonders junge, urbane Eltern
anzusprechen, die sich weiterhin für Kultur und Lifestyle interessieren. Es ist
ein bisschen so, als hätte man die Neon-Generation erwachsen werden lassen.
Jetzt gibt es das ganze halt mit dem Zusatzfaktor Kind. Schließlich sind
Menschen, die Kinder bekommen, dann doch irgendwo sie selbst, und ein Kind muss
nicht den vollkommenen Abschied vom alten Leben bedeuten. Im ersten Heft werden
unter anderem Themen behandelt wie „guter Sex trotz kleiner Kinder“, „Ich will
wieder arbeiten“, oder auch „Weltreise mit Kindern“. Wer neugierig geworden
ist, bekommt das Heft am Kiosk für 3,90 Euro. Ab genau heute.
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Kommentare
Also ich habe mir die Zeitschrift als junger Vater und gelegentlicher NEON-Leser gekauft und musste nach dem ersten Durchblättern leider feststellen, dass die Themen im Heft eher oberflächlich behandelt werden. Zwar ist Layout der Zeitschrift echt gut und die Fotostrecken sind sehr stylish, der Inhalt hat mich aber dann doch etwas enttäuscht. Gerade im Vergleich mit dem (gescheiterten) Versuch der Süddeutschen Zeitung mit dem Magazin "wir" kann die Nido nicht überzeugen. Aber vielleicht bessert sich das ja in Ausgabe 2.
die Idee ist nicht schlecht, habe zwar selbst noch keine Kinder, aber sehe in meinem Freundeskreis, dass sich viele gar nicht in dieses Klischee "langweilige Eltern" passen sondern eben noch Bock haben, ihr Leben zu genießen, Urlaub etc. nur ist das nicht alles mit einem Kind vereinbar, denke die Zeitschrift könnte hier ganz gute Denkanstöße geben!
da bin ich auch mal gespannt, ob die Zeitung dem Anspruch der NEON-Leser gerecht werden kann! Die Kinder sollten zwar im Mittelpunkt stehen, dennoch sollten auch Eltern möglichst lange jung bleiben dürfen. Mal sehen, ob ich es demnächst am Kiosk in die Hände kriege...
Interessanter Ansatz. Ich bin mal gespannt, ob die Artikeel genau so gut sind wie in der NEON. Die hab ich nämlich sehr gern gelesen. Und vielleicht gibt's ja wirklich den ein oder anderen brauchbaren Tip für junge Eltern...
finde ich eigentlich ganz spannend. das bedürfnis nach einer zeitschrift mit diesen inhalten ist zumindest vorhanden. alle scheinen derzeit kinder zu bekommen... jetzt kommt´s drauf an, ob der spagat zwischen "prenzlauer-berg-kinder-als-styleobjekt-klientel" (by the way: warum heisst eigentlich jedes zweite kind paul oder paula?) und wirklich guten inhalten geschafft wird. wenn ich mal einen vergleich aus dem zeitschriftenmarkt bringen darf: wenn das magazin "eltern" der kicker ist, dann würde ich gerne die "11 freunde" für eltern lesen.