Schwarzer Humor aus Norwegen

Comics werden häufig von Männern für Jungs oder Männer gemacht. Selten sind europäische Zeichnerinnen am Werk, die glaubwürdige, vielseitige Frauen zeichnen, die nicht nur für das weibliche Geschlecht eine Identifikationsfigur darstellen. Ganz anders ist hier Nemi, Dauer -Single, Freundin des gepflegten Sarkasmus und dazu noch Bier- und Drachenfan. Ganz in schwarz gehüllt erlebt die Gothic-Göre Abenteuer in der alltäglichen und –nächtlichen Hauptstadt Norwegens.

 

Die Figur der norwegischen Zeichnerin Lise Myhre ist bereits seit Jahren eine Ikone der jüngeren Skandinavier. Nemis eigenwillige, oft naiv-kindliche Sicht der Dinge geht eine Symbiose mit ihrem zynisch präzisem Blick auf die Welt ein, was oft zu ungewohnt klaren und direkten Aussagen führt, sowie eine deutliche Verweigerungshaltung gegenüber dem Erwachsenwerden.

 

Die Eigenschaften halten sich jedoch meistens sehr gut die Waage, und die Suche nach günstigem Bier und Partyspaß wird oft von Gesprächen mit Monstern unter dem Bett abgelöst.

 

Auch wenn Nemi sich ursprünglich aus einer Subkultur heraus entwickelt hat, ist der Comic für Nicht-Eingeweihte ebenso aussagekräftig, wie für die eigene Zielgruppe. Schließlich sind Normalos ihr genauso fremd wie sie ihnen.

 

(Alle Comic-Strips: http://www.metro.co.uk/

Vielleicht muss man aber erst durch die fremde Brille auf das eigene Leben schauen, um auch über sich selbst lachen zu können. Seit einiger Zeit gibt es Nemi auch in der deutschen Übersetzung. Band zwei der Comic Bücher (gebunden, ca. 200 Seiten) kam dieses Jahr auf den Markt und kostet zwischen 17 und 20 Euro.

Bibliothek zum Mitnehmen

Mit der technischen Version des bedruckten Blatts schafft es der iLiad womöglich, die Augen- und Lesefreundlichkeit des herkömmlichen Papierbuchs mit der platzsparenden Funktion des elektronischen Buchs zu einer Neuschöpfung des digitalen Zeitalters zu kombinieren. Nur was die dekorative Funktion von Büchern im Regal angeht, kann das Gerät noch nicht mithalten. Schließlich kommt es nicht mit einem Leder- oder Leineneinband und mit gewobenem Lesebändchen. Das Display, ausgestattet mit einem (auf gut Deutsch) Electronic Paper Display, auch eInk genannt, soll sogar bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar sein. Der iLiad hat das Format eines Buchs (Displaygröße 8,1 Zoll) und findet in den meisten Taschen leicht Platz.

 

Beim Erwerb gehören 50 Klassiker in englischer Sprache zur Grundausstattung, was bei einem Preis von 499 € (http://www.justread.de/) vielleicht auch angebracht ist. Der digitale Buchersatz kann jedoch mehr als nur eBooks anzeigen. Freunde von Internetzeitungen können sich diese direkt auf den iLiad laden, andere lösen auf ihm vielleicht lieber Kreuzworträtsel und Sudoku oder lesen Comics. Durch den Touchscreen hat man wie bei Papierbüchern die Möglichkeit, handschriftliche Notizen zu machen, wichtige Passagen zu unterstreichen und auch eigene Skizzen oder Texte handschriftlich zu erstellen. Der iLiad konvertiert diese dann in digitalisierten Text, der dank der drahtlosen Internetverbindung des Geräts (oder auch über den USB-Anschluss) mit Freunden, Kollegen, Lehrern, Professoren oder der Familie geteilt werden kann.

        

(Fotos: iRex Technologies)

Neue Inhalte können ebenso über das Internet geladen, direkt vom USB-Stick gelesen oder vom festen PC übertragen werden. Elektronische Bücher bekommt der iLiad-Benutzer bei Mobipocket eBooks (kostenpflichtig) oder kostenlos bei Projekt Gutenberg, Manybooks.net oder Feedbooks.com. Wäre die Anschaffung nicht so kostenintensiv, könnte sich jeder Literaturstudent und Bücherfreund bestimmt gut mit diesem technischen Spielzeug anfreunden. Im jetzigen Zustand bleibt es wahrscheinlich noch eine Weile ein Produkt für speziell Interessierte. Und für wahre Bibliophile fehlt dann eben doch der schöne Buchrücken im Regal.

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