Schwarzer Humor aus Norwegen
Comics werden häufig von Männern für Jungs oder Männer gemacht. Selten sind europäische Zeichnerinnen am Werk, die glaubwürdige, vielseitige Frauen zeichnen, die nicht nur für das weibliche Geschlecht eine Identifikationsfigur darstellen. Ganz anders ist hier Nemi, Dauer -Single, Freundin des gepflegten Sarkasmus und dazu noch Bier- und Drachenfan. Ganz in schwarz gehüllt erlebt die Gothic-Göre Abenteuer in der alltäglichen und –nächtlichen Hauptstadt Norwegens.
Die Figur der norwegischen Zeichnerin Lise Myhre ist bereits seit Jahren eine Ikone der jüngeren Skandinavier. Nemis eigenwillige, oft naiv-kindliche Sicht der Dinge geht eine Symbiose mit ihrem zynisch präzisem Blick auf die Welt ein, was oft zu ungewohnt klaren und direkten Aussagen führt, sowie eine deutliche Verweigerungshaltung gegenüber dem Erwachsenwerden.
Die Eigenschaften halten sich jedoch meistens sehr gut die Waage, und die Suche nach günstigem Bier und Partyspaß wird oft von Gesprächen mit Monstern unter dem Bett abgelöst.
Auch wenn Nemi sich ursprünglich aus einer Subkultur heraus entwickelt hat, ist der Comic für Nicht-Eingeweihte ebenso aussagekräftig, wie für die eigene Zielgruppe. Schließlich sind Normalos ihr genauso fremd wie sie ihnen.
(Alle Comic-Strips: http://www.metro.co.uk/)
Vielleicht muss man aber erst durch die fremde Brille auf das eigene Leben schauen, um auch über sich selbst lachen zu können. Seit einiger Zeit gibt es Nemi auch in der deutschen Übersetzung. Band zwei der Comic Bücher (gebunden, ca. 200 Seiten) kam dieses Jahr auf den Markt und kostet zwischen 17 und 20 Euro.



